Selbstbild

Selbstbild im MVV Mai 2017

Ich liebe und hasse den MVV, nicht den MVV im Besonderen, sondern meine tägliche Fahrt mit „Öffis“ im Allgemeinen. Für ca. 30 Minuten bin ich einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung unausweichlich und unglaublich nah ausgesetzt. Ich überlege, ob mich eine andere Phase des Tages mit mehr unterschiedlichen und intensiveren Emotionen bedenkt als diese Zeit. Vielleicht habe ich gerade deshalb angefangen, schnelle Skizzen von diesen Fahrten anzufertigen. Auszug aus meinen Gefühlen:

  • Freude über die kulturelle Vielfalt der Stadt
  • Ärger darüber, den Zweikampf um einen Sitzplatz verloren zu haben
  • zelebrierte Freude darüber, einen Sitzplatz erkämpft zu haben
  • Hass auf die besonders Eiligen, die das Umsteigen zum Parcours erklären
  • Schadenfreude, wenn man ihnen dennoch den Weg vor der Rolltreppe mit einem geschickten Schwenk abschneiden kann
  • Viele Fragen und Gedanken zu den Mitreisenden: Wem geht es wie gut und warum fährt er/sie jetzt mit wem gerade wozu wohin?

Mein Lieblingsgefühl ist die latente Aggression, das Gefühl nur darauf zu warten, dass einen einer schief anschaut oder anrempelt. Harmlos ist diese Aggression, weil sie sich nur in einem von zehn Fällen in einem kurzen, hitzigen Wortgefecht manifestiert. Umso entspannter komme ich dann aber in der Arbeit an.

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