Kategorie: 5 vor 12 mal 4

Die LGBTI-Szene, kurz Szene in München hat sich seit meinem Coming out in 1995 stark verändert. Nur wenige neue Bars und Clubs haben neu eröffnet, sehr viele aber haben in diesem Zeitraum ihre Türen für immer geschlossen. Die Gründe sind vielfältig. Zum Beispiel vereinfachen Apps auf den ersten Blick das Dating. Oder queer zu sein, ist nicht zuletzt durch die Ehe für Alle ein großes Stück normaler geworden, so dass Szenebars und -clubs ihre Bedeutung als Schutz- und Rückzugsraum zumindest teilweise veloren haben. Natürlich bringen Dating-Apps neue Probleme auf: Wie so Vieles heute wird auch der Sex einfacher, schneller, fast beliebig verfügbar und doch bleibt in vielen Fällen die Einsamkeit. Und natürlich erleben wir schon kurz nach den neuen Freiheiten und Sicherheiten des Queerseins erste Versuche des Rollbacks. Ein Begriff, der immer wieder mit Blick auf die Entwicklung der queeren Szene fällt ist der des „Szenesterbens (?)“. Mit meiner Reihe „5-vor 12 mal 4“ will ich eine Momentaufnahme der Münchner Szene um den Jahreswechsel  2018 / 2019 herum schaffen. Hinter den Begriff des Szenesterbens setze ich bewusst stets ein Fragezeichen und überlasse dem Betrachter seinem eigenen Urteil, ob die Szene in meinen Bildern stirbt, bleibt oder sich verändert. In 2019 plane ich eine Vernissage mit den insgesamt 12 Bildern der Reihe.