The High Priest and High Priestess Transfer at Marienplatz / Der Hohepriester und die Hohepriesterin steigen um am Marienplatz


EN: It’s DaDa. Don’t search for (non-)sense, cause it’s senseless. Just enjoy the colors and the short story dada mind trip to interrupt your Alltag.

DE: Es ist DaDa. Such nicht nach (Un-)Sinn, denn es ist sinnlos. Genieß einfach die Farben und den kurzen Dada-Gedankenausflug, um deinen Alltag zu unterbrechen.


EN:

The High Priest’s face fractured into seventeen triangles at Marienplatz. This always happened during transfers – the U3 to S-Bahn connection required a momentary dissolution of facial geometry to accommodate the change in spiritual jurisdiction.

“You’re fragmenting again,” observed the High Priestess, her own visage splintering into magenta and lime polygons. “The Color Commissioner won’t approve.”

“The Color Commissioner,” replied the High Priest through three separate yellow wedges and a cyan trapezoid, “can take his chromatic regulations and file them under Pasing.” His left eye migrated to what used to be his chin, now a bold orange triangle pointing southwest toward Hauptbahnhof.

They stood on Platform 2, their bodies a riot of geometric devotion. The High Priestess wore her traditional vestments – hot pink parallelograms layered over turquoise rhomboids, each angle precisely 73 degrees off from acceptable reality. Her prayers, she explained to confused commuters, could only be heard by deities who appreciated cubist liturgy.

“The S8 is delayed,” announced a purple rectangle that might have been the High Priest’s shoulder.

“Of course it is,” sighed a green triangle previously identified as the High Priestess’s left ear. “Delayed trains are the universe’s way of testing our commitment to non-Euclidean faith.”

Around them, ordinary passengers maintained their conventional faces – boring, unified, predictably arranged. The High Priest pitied them their coherence. What kind of spiritual leader arrived at their destination in the same configuration they’d started with?

A red wedge that was definitely part of someone’s nose made the announcement: “S8 to Herrsching, now arriving.”

The High Priest and High Priestess gathered their scattered geometries and prepared to board. By the time they reached Pasing, they calculated, they might have reassembled into something resembling human form. But probably not.

The truly devout, after all, never fully reassemble.


DE:

Das Gesicht des Hohepriesters zersplitterte am Marienplatz in siebzehn Dreiecke. Das passierte immer beim Umsteigen – die Verbindung von U3 zur S-Bahn erforderte eine kurzzeitige Auflösung der Gesichtsgeometrie, um den Wechsel der spirituellen Zuständigkeit zu ermöglichen.

„Du fragmentierst schon wieder”, bemerkte die Hohepriesterin, ihr eigenes Antlitz in magenta- und lindgrüne Polygone zersplitternd. „Der Farbkommissar wird das nicht billigen.”

„Der Farbkommissar”, erwiderte der Hohepriester durch drei separate gelbe Keile und ein cyanfarbenes Trapez, „kann seine chromatischen Verordnungen nehmen und unter Pasing ablegen.” Sein linkes Auge wanderte zu dem, was früher sein Kinn gewesen war, jetzt ein kräftiges oranges Dreieck, das südwestwärts Richtung Hauptbahnhof zeigte.

Sie standen auf Gleis 2, ihre Körper ein Aufruhr geometrischer Andacht. Die Hohepriesterin trug ihre traditionelle Gewandung – knallrosa Parallelogramme über türkisfarbenen Rhomboiden geschichtet, jeder Winkel präzise 73 Grad neben akzeptabler Realität. Ihre Gebete, erklärte sie verwirrten Pendlern, könnten nur von Gottheiten gehört werden, die kubistische Liturgie schätzten.

„Die S8 hat Verspätung”, verkündete ein lila Rechteck, das möglicherweise die Schulter des Hohepriesters gewesen war.

„Natürlich”, seufzte ein grünes Dreieck, zuvor als linkes Ohr der Hohepriesterin identifiziert. „Verspätete Züge sind die Art des Universums, unser Engagement für nicht-euklidischen Glauben zu testen.”

Um sie herum bewahrten gewöhnliche Fahrgäste ihre konventionellen Gesichter – langweilig, einheitlich, vorhersagbar angeordnet. Der Hohepriester bemitleidete sie für ihre Kohärenz. Was für ein spiritueller Führer kam schon in derselben Konfiguration am Ziel an, mit der er gestartet war?

Ein roter Keil, der definitiv Teil irgendeiner Nase war, machte die Durchsage: „S8 nach Herrsching, fährt jetzt ein.”

Der Hohepriester und die Hohepriesterin sammelten ihre verstreuten Geometrien und bereiteten sich aufs Einsteigen vor. Bis sie Pasing erreichten, kalkulierten sie, hätten sie sich vielleicht zu etwas zusammengesetzt, das menschlicher Form ähnelte. Aber wahrscheinlich nicht.

Die wahrhaft Gläubigen setzen sich schließlich nie vollständig wieder zusammen.


Say thank you and good bye Dada, see here you tomorrow?!


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